
Die GenossInnen der Bewegung für den Sozialismus (Schweiz) haben letztes Jahr einen Bericht über das internationale antikapitalistische Sommercamp in Griechenland geschrieben, den wir euch hier natürlich nicht vorenthalten wollen:
26. Sozialistisches Sommercamp
Vom 25. – 31. Juli trafen sich über 500 junge Aktivistinnen und Aktivisten aus zahlreichen Ländern im Sozialistischen Sommercamp der IV. Internationalen. Eine Woche antikapitalistischer Freiraum in Molossi (Griechenland).
Anfangs Juni wäre es noch unmöglich gewesen, sein Zelt auf dem Campgelände aufzustellen. Über sechs Wochen reinigten die griechischen GenossInnen den Ort von Schlangen und Skorpionen und installierten sanitäre Anlagen. Aber nicht nur die Situation auf dem Gelände, sondern die des ganzen Landes war einer der Schwerpunkte des diesjährigen Camps.
Politische Lage in Griechenland
Im Zuge der Jugendrevolte im letzten Dezember fingen verschiedene Teile der Gesellschaft an, sich aufzulehnen: Schüler-Innen und StudentInnen besetzten ihre Schulen bzw. Universitäten, Lohnabhängige mobilisierten sich und MigrantInnen setzten sich verstärkt für ihre Rechte ein. Die Frage stellte sich, was davon geblieben ist.
Objektiv wurde festgestellt, dass der Staats- und Regierungsapparat sowie die extreme Rechte gestärkt aus den Auseinandersetzungen hervorgegangen sind. Viele GriechInnen unterstützten den Ruf der rechtsextremen Partei LAOS nach Ruhe und Sicherheit und gaben ihnen bei den Europawahlen im Juni 7.15% der Stimmen. Die Regierung ihrerseits konnte die Ausschreitungen im Dezember als Vorwand nehmen, um die Repression gegen die durch die Wirtschaftskrise zunehmenden sozialen Bewegungen zu verstärken und die „Ordnung“ im Land wiederherzustellen.
Um genau diese „Ordnung“ wirklich in Bedrängnis zu bringen, hätte es eine Koordination zwischen den verschiedenen Kämpfen der beteiligten Bevölkerungsgruppen gebraucht. Da sich zudem die bürokratischen Gewerkschaften und die einflussreiche, aber sehr reformistische Kommunistische Partei Griechenlands für die Beruhigung der Lage eingesetzt hatten, konnten nie wirkliche Alternativen zum jetzigen System aufgezeigt werden.
Trotz allem war die Zeit der Proteste vergangenes Jahr eine kollektive Erfahrung für die griechische Gesellschaft, auf der neue Kämpfe aufgebaut werden können.
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